DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: August 2018

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DB vom 10.08.2018, Heft 32, Seite 1886 - 1892, DB1275712
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Inbound-Investitionen in deutschen Grundbesitz: Erweiterungen der beschränkten Steuerpflicht bei Anteilsveräußerungen durch das „JStG 2018“

StB Dr. Thomas Wagner

StB Dr. Thomas Wagner ist Partner und Leiter der Industriegruppe Immobilien und Bauwirtschaft bei der Warth & Klein Grant Thornton AG in Düsseldorf.

Am 01.08.2018 wurde der RegE des Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (ehemals „JStG 2018“) veröffentlicht. Darin sind diverse Maßnahmen enthalten, die vor allem Investitionen von Ausländern in deutschen Grundbesitz betreffen (Inbound-Investition). U.a. sollen die Veräußerungen von Anteilen an ausländischen KapGes. in Deutschland steuerbar werden, wenn das Gesellschaftsvermögen überwiegend aus deutschen Immobilien besteht.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Steuerpflicht bei Anteilsveräußerungen von Immobiliengesellschaften: Bisherige Rechtslage
    • 1. Inländische KapGes. mit ausländischen Anteilseignern
    • 2. Ausländische KapGes. mit ausländischen Anteilseignern
  • IV. Geplante Änderungen im § 49 EStG-E
    • 1. Ausfüllung des Besteuerungsrechts nach dem OECD-MA 2017
    • 2. Veräußerungsgewinne nach § 17 EStG (≥ 1%-Anteil)
    • 3. Zeitliche Anwendung
  • V. Veränderungen gegenüber der BR-Initiative aus dem Jahr 2016
  • VI. Veränderungen gegenüber dem RefE des JStG 2018
    • 1. Streichung der Steuerbarkeit als Kapitaleinkünfte
    • 2. Klarstellung zur Ermittlung der Immobilienquote
    • 3. Anrechenbarkeit ausländischer Steuern
  • VII. Konsequenzen und Detailfragen
    • 1. Schranken durch abgeschlossene DBA
    • 2. Steuerfolgen
    • 3. Steuerabzug nach § 50a Abs. 7 EStG
    • 4. Besonderheiten bei Investmentfonds
    • 5. Übergangsregelung
  • VIII. Weitere praktische Probleme im Hinblick auf die Ermittlung der Immobilienquote
    • 1. Buchwertermittlung im Zeitablauf
    • 2. Handelsrechtliche vs. steuerrechtliche Buchwerte
    • 3. Mittelbare Beteiligungen
    • 4. Zwischenfazit
    • 5. Wertungswiderspruch zur GrESt
  • IX. Entstrickungen und Verstrickungen aufgrund des Geschäftsmodells bei Anteilen i.S.d. § 17 EStG – Mehrfachbelastungen
  • X. Fazit und Würdigung

I.Einleitung

Nach dem RegE des Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (ehemals „JStG 2018“) sollen die Gewinne aus der Veräußerung von KapGes.-Anteilen in Deutschland steuerbar werden, wenn das Gesellschaftsvermögen überwiegend aus deutschen Immobilien besteht. Dies gilt auch für Anteile an KapGes. mit Sitz und Ort der Geschäftsleitung im Ausland. Damit soll das unter dem neugefassten OECD-MA 2017 vorhandene Besteuerungsrecht nun auch nach nationalem Recht ausgenutzt werden. Zu diesem Zweck sollen Ergänzungen im Katalog der beschränkt steuerpflichtigen Einkünfte nach § 49 EStG vorgenommen werden. Der vorliegende Beitrag stellt die geplanten Ergänzungen dar und zeigt Zweifelsfragen, (unbeabsichtigte) Konsequenzen und Regelungslücken auf. Auf die ebenfalls im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens geplanten Erweiterungen bei Direktinvestments in deutsche Immobilien wird nicht eingegangen.

II.Steuerpflicht

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