DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Dezember 2018

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DB vom 07.12.2018, Heft 49, Seite 2941 - 2946, DB1280173
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Die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse – Ein Plädoyer für die gemeinsame Berufsausübung

WP Prof. Dr. Christian Haßlinger / WP Dr. Marius Haßlinger / Prof. Dr. Matthias Weimann

WP Prof. Dr. Christian Haßlinger ist geschäftsführender Gesellschafter der HT Haßlinger Treuhand-Gruppe und Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Heidelberg. WP Dr. Marius Haßlinger ist geschäftsführender Gesellschafter der HT Haßlinger Treuhand-Gruppe und Lehrbeauftragter am Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken. Prof. Dr. Matthias Weimann ist Inhaber der Professur für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, an der Hochschule Trier.

Die gemeinsame Berufsausübung stellt eine Form der Zusammenarbeit dar, die gerade bei mittelständischen Wirtschaftsprüfern anzutreffen ist und welche im Rahmen der Überprüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowohl eine den Ausschluss erweiternde als auch eingrenzende Wirkung hat. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, dass die Interpretation, wonach die gemeinsame Berufsausübung bei Jahresabschlussprüfungen sog. Public Interest Entities (PIEs) bei der Überprüfung der umsatzbezogenen Unabhängigkeit nicht mehr zu berücksichtigen sein soll, vor dem Hintergrund von Sinn und Zweck der Regelung nicht überzeugen kann. Zudem dient die gemeinsame Berufsausübung dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Wirtschaftsprüfer und damit der Erreichung eines zentralen Ziels der jüngsten Abschlussprüferreform.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Rechtliche Einordnung
    • 1. Sinn und Zweck der Berücksichtigung der gemeinsamen Berufsausübung
    • 2. Vereinbarkeit der gemeinsamen Berufsausübung mit der VO (EU) 537/2014
  • III. Zielsetzung der Förderung der Pluralität auf dem Abschlussprüfermarkt
  • IV. Zusammenfassung

I.Einleitung

Erst jüngst hat der Sprecher des Vorstands des IDW Naumann anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der Beiratswahl zur WPK zum Ausdruck gebracht, dass „[d]ie Branche […] erst am Anfang nicht aufzuhaltender Veränderungen [steht]“ . In diesem Zusammenhang appelliert Naumann an die Wirtschaftsprüfer, dass gerade die mittelständischen Berufsträger stärker kooperieren sollten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen bzw. zu erhalten. Eine spezielle Form dieser Zusammenarbeit, die bereits vor geraumer Zeit Eingang in die gesetzlichen Vorschriften betreffend die Unabhängigkeitsregelungen im Rahmen der Abschlussprüfung gefunden hat, ist die sog. gemeinsame Berufsausübung. Im Folgenden soll die Fragestellung thematisiert werden, ob die gemeinsame Berufsausübung bei der Überprüfung der umsatzbezogenen Unabhängigkeit im Fall von Jahresabschlussprüfungen sog. Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public Interest Entities, PIEs) zu berücksichtigen ist. Der Begriff der gemeinsamen

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