DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Februar 2019

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DB vom 01.02.2019, Heft 05, Seite 212 - 214, DB1292718
Der Betrieb > Steuerrecht > Körperschaftsteuer / Abgabenordnung > Aufsatz

Sicherung von Verlustvorträgen i.S.d. §§ 8c, 8d KStG

– Ermittlung stiller Reserven bei Körperschaften mit negativem Eigenkapital –

Dipl.-Kfm. Olaf Dube / Prof. Dr. Dirk Schilling

Dipl.-Kfm. Olaf Dube ist zentraler Fachprüfer für Unternehmensbewertung beim FA für Großbetriebsprüfung Hannover; Prof. Dr. Dirk Schilling ist Inhaber der Professur für Finanzierung und externes Rechnungswesen an der HS Worms.

Die „Stille-Reserven-Klausel“ (§ 8c Abs. 1 Satz 6-8 KStG), die schon bisher die Fortführung bestehender Verlustvorträge nach einem an sich schädlichen Gesellschafterwechsel ermöglicht hat, wird künftig noch an Bedeutung zunehmen: Auch bei einem drohenden Wegfall des 2017 neu eingeführten fortführungsgebundenen Verlustvortrags kann dieser in Höhe vorhandener stiller Reserven weiter genutzt werden (§ 8d Abs. 2 Satz 1 KStG).

Artikel-Inhalt

  • I. Problemstellung
  • II. Rechtsgrundlagen
  • III. Ermittlung stiller Reserven: Einzel- oder Gesamtbewertung
    • 1. Rechtliche Würdigung
    • 2. Auffassung der Finanzverwaltung
    • 3. Betriebswirtschaftliche Würdigung
  • IV. Thesenförmige Zusammenfassung

I.Problemstellung

In der steuerlichen Praxis häufen sich in jüngerer Zeit Fälle, in denen Körperschaften mit negativem Eigenkapital Gegenstand von Übernahmen waren und sich hernach ein Diskurs über die Persistenz von vorhandenen Verlustvorträgen entwickelte. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei vor allem die Frage, ob die stillen Reserven auf Grundlage der Summe der Einzelwerte der vorhandenen Wirtschaftsgüter oder aber auf Basis einer gesamtheitlichen Bewertung zu ermitteln sind. Ziel des Beitrags ist es, eine für die steuerliche Praxis mit dem geltenden Recht vereinbare Bewertungshandhabe zu entwickeln.

II.Rechtsgrundlagen

§ 8c KStG schränkt den Verlustabzug bei Körperschaften nach einem schädlichen Beteiligungserwerb ein. Die Verluste können nach § 8c Abs. 1 Satz 6 KStG jedoch auch noch durch den Erwerber abgezogen werden, soweit sie vorhandene und im Inland steuerpflichtige stille Reserven nicht übersteigen. Nach § 8c Abs. 1 Satz 7 KStG werden die stillen Reserven als Unterschiedsbetrag

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