DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: August 2018

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DB vom 17.08.2018, Heft 33, Seite 1986 - 1990, DB1273065
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Anforderungen an Arbeitszeugnisse im digitalen Zeitalter

– Zulässigkeit tabellarischer Arbeitszeugnisse und Veränderung der Formerfordernisse im Wandel der Zeit? –

RA/FAArbR Dr. David Plitt, LL.M. (LSE) / Dipl.-Jur. Victoria Brand

RA/FAArbR Dr. David Plitt, LL.M. (LSE) ist als Partner und Dipl.-Jur. Victoria Brand als Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Osborne Clarke in Hamburg tätig.

Immer mehr Unternehmen erteilen Arbeitszeugnisse nicht mehr im klassischen Fließtext, sondern zeitsparend in tabellarischer Form. Genügen diese „Multiple Choice“-Zeugnisse den von der Rechtsprechung aufgestellten Formerfordernissen oder sind es möglicherweise die Formerfordernisse selbst, die im Zeitalter der Digitalisierung im Wandel stehen? Ein Überblick über aktuelle Grenzen und zukünftige Möglichkeiten der Ausgestaltung von Arbeitszeugnissen.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Aktuelle Gesetzeslage
  • III. Entwicklung der Formerfordernisse – das „übliche“ Zeugnis
    • 1. Formelle Anforderungen an das Arbeitszeugnis
    • 2. Formelle Anforderungen an den Text
    • 3. Trend zum „Multiple Choice“-Zeugnis
  • IV. Neuere Entwicklung und Grenzen – Wandel des Üblichen?
    • 1. Neue Generation von Arbeitgebern
    • 2. Einfluss durch Digitalisierung
    • 3. Vorteile der tabellarischen Abfassung
  • V. Fazit

I.Einleitung

Arbeitszeugnisse gelten als wesentlicher Nachweis der Qualifikation eines Bewerbers. Sie sind – neben der Funktion der bloßen Leistungsbewertung – Teil der „Visitenkarte“ eines jeden Arbeitnehmers. Wegen dieser besonderen Bedeutung stehen Arbeitszeugnisse immer wieder im Fokus gerichtlicher Streitigkeiten. Gegenstand einer Vielzahl von Verfahren ist dabei jedoch nicht der Inhalt selbst, sondern die Frage, ob das Zeugnis formell den Anforderungen des Rechtsverkehrs entspricht.

Aktuell lässt sich ein Trend dahingehend beobachten, dass Arbeitszeugnisse zeitsparend in Form von „Multiple Choice“-Tabellen abgefasst werden. Es werden schlicht die internen Beurteilungsbögen ausgedruckt und anstelle eines klassischen Zeugnisses an die Arbeitnehmer übermittelt.

Kann ein solches Vorgehen noch den Anforderungen an ein förmliches Arbeitszeugnis genügen, oder stehen die Anforderungen der Förmlichkeit im Zeitalter der Digitalisierung möglicherweise selbst im Wandel? Der Beitrag soll einen

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