DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: September 2018

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DB vom 14.09.2018, Heft 37, Seite 2196 - 2199, DB1279100
Der Betrieb > Steuerrecht > Einkommensteuer / Gewerbesteuer > Aufsatz

Die GewSt-Anrechnung nach § 35 EStG in der Beratungspraxis

– Möglichkeiten und Grenzen trotz drohender Anzeigepflicht –

StB David Richter / StB Dr. Katrin Dorn

StB David Richter und StB Dr. Katrin Dorn sind beide bei MÖHRLE HAPP LUTHER Partnerschaft mbB, Berlin/Hamburg tätig.

Die GewSt-Anrechnung i.S.d. § 35 EStG erlangt in der steuerlichen Beratungspraxis zumeist Bedeutung im Rahmen der Abwehrberatung, vermag in Einzelfällen aber auch im Rahmen der Gestaltungsberatung zu erstaunlichen Ergebnissen führen. Sollte die Anzeigepflicht für nationale Steuergestaltungen, wie derzeit vorgesehen, tatsächlich umgesetzt werden, rücken auch diese Gestaltungen in den Fokus. Dies gilt selbst dann, wenn die Gestaltungen lediglich „zufällig“ entstanden sind. Damit wird die Anzeigepflicht nicht nur bei einer kleinen Anzahl von Unternehmen und ihren Beratern „zum Thema“, sondern eine Vielzahl gewerblicher Unternehmen betreffen.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Anzeigepflicht auch für Gestaltungen im Hinblick auf § 35 EStG denkbar
    • 1. Vermeidung aggressiver Steuerplanung
    • 2. Gesetzentwurf
  • III. § 35 EStG im Rahmen der steuerlichen Gestaltungsberatung
    • 1. Regelungsinhalt, Gestaltungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen
    • 2. § 35 EStG bei Mitunternehmerschaften im Rahmen der Abwehrberatung
    • 3. § 35 EStG bei Mitunternehmerschaften im Rahmen der Gestaltungsberatung
  • IV. Fazit

I.Einleitung

§ 35 EStG sieht die unternehmensbezogene Anrechnung der GewSt auf die ESt vor, wobei die Regelung auf eine Entlastung gewerblicher Einkünfte bei Einzelunternehmern und PersGes. gerichtet ist. Bei Mitunternehmerschaften erfolgt die Anrechnung der GewSt auf die ESt nicht verursachungsgerecht unter Berücksichtigung der Einkünfte, die der einzelne Gesellschafter im Rahmen seiner Beteiligung (u.a. als Sondervergütungen) tatsächlich erzielt, sondern allein auf Grundlage des vereinbarten Gewinnverteilungsschlüssels. Dies führt in der Praxis regelmäßig zu Unschärfen, sodass einzelne Gesellschafter von der Anrechnung profitieren, andere hingegen benachteiligt werden können. § 35 EStG ist in diesen Fällen Gegenstand der steuerlichen Abwehrberatung, bei der durch (mitunter komplexe) vertragliche Gestaltungen die Benachteiligung einzelner Gesellschafter verhindert werden soll, indem Ausgleichsansprüche zwischen den Gesellschaftern vereinbart werden. Daneben ermöglicht § 35 EStG aber auch

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