DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Oktober 2018

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DB vom 12.10.2018, Heft 41, Seite 2445 - 2453, DB1282014
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Wertermittlung für Funktionsverlagerungen in Schätzfällen – sind die Vorgaben des BMF gerichtsfest?

– Eine empirische Analyse mit Marktdaten –

Dr. Felix Ebeling, CFA

Dr. Felix Ebeling, CFA ist Senior Manager im Bereich Verrechnungspreise bei Deloitte in Düsseldorf.

Bei konzerninternen Funktionsverlagerungen ist mittels einer Transferpaketbewertung der fremdübliche Verrechnungspreis zu bestimmen. Die vom Stpfl. erstellten Transferpaketbewertungen sind in anschließenden steuerlichen Betriebsprüfungen regelmäßig Streitpunkt. Dabei nutzen Betriebsprüfer zur Bestimmung des Transferpaketwerts immer wieder die Vorgaben des BMF zur vereinfachten Wertermittlung für Funktionsverlagerungen in Schätzfällen. Dieser Beitrag untersucht anhand von öffentlich verfügbaren Marktdaten, inwieweit die BMF-Vorgaben den vom BFH wiederholt dargestellten Grundsätzen für Steuerschätzungen entsprechen. Die Auswertungen zeigen, dass die BMF-Vorgaben regelmäßig nicht den BFH-Grundsätzen für Steuerschätzungen entsprechen. Damit können die Schätzvorgaben des BMF als nicht gerichtsfest eingestuft werden.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Gesetzliche Grundlagen, BFH-Rechtsprechung und BMF-Position zur Steuerschätzung
    • 1. Gesetzliche Grundlagen und BFH-Rechtsprechung
    • 2. BMF-Vorgaben zur Wertermittlung für Funktionsverlagerungen in Schätzungsfällen
  • III. Überprüfung der BMF-Schätzmethodik
    • 1. Herleitung der Hypothese
    • 2. Methodik zur Überprüfung der Hypothese
    • 3. Auswahl der plausiblen Vergleichsmultiplikatoren
    • 4. Berechnung der Multiplikatoren basierend auf der Schätzmethodik der VWG-FVerl
    • 5. Analyse
    • 6. Vergleich mit Vereinfachtem Ertragswertverfahren nach BewG
  • IV. Fazit

I.Einleitung

Für innerhalb eines Konzerns verlagerte Funktionen wird der Verrechnungspreis regelmäßig mit einer Transferpaketbewertung bestimmt. Hintergrund ist der Mangel an eingeschränkt vergleichbaren Fremdvergleichswerten (vgl. § 1 Abs. 3. Satz 9 AStG). Detaillierte Vorgaben zur Transferpaketbewertung sind in der Funktionsverlagerungsverordnung (FVerlV) sowie im BMF-Schreiben vom 13.10.2010 (Verwaltungsgrundsätze Funktionsverlagerung oder VWG-FVerl) dargestellt.

Vom Stpfl. zur Verrechnungspreisbestimmung der verlagerten Funktion erstellte Transferpaketbewertungen sind häufig Streitpunkt in steuerlichen Bp. Praxiserfahrungen zeigen diesbezüglich, dass Bp. regelmäßig von den in Rdn. 162 ff. VWG-FVerl dargestellten Vorgaben zur vereinfachten Wertbestimmung des Transferpakets Gebrauch machen. Diese Praxiseinschätzung wird durch den Evaluationsbericht des Bundeszentralamts für Steuern über die Erfahrung mit den Regelungen der Funktionsverlagerung (BZSt Evaluierung) bestätigt. Konkret geht

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