DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Januar 2019

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DB vom 11.01.2019, Heft 01-02, Seite 41 - 49, DB1291766
Der Betrieb > Wirtschaftsrecht > Corporate Governance > Aufsatz

Zum Reformentwurf des Deutschen Corporate Governance Kodex

Prof. Dr. Axel v. Werder

Prof. Dr. Axel v. Werder ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre – Organisation und Unternehmensführung an der Technischen Universität Berlin.

Am 06.11.2018 hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex eine grundlegende Reform des DCGK im Entwurf vorgelegt. Erklärtes Ziel ist es, die Relevanz und Akzeptanz des Kodex bei möglichst vielen Stakeholdern zu erhöhen, um ein „unüberschaubares Nebeneinander von gesetzlich legitimiertem Kodex einerseits und einer Vielzahl von Abstimmungsrichtlinien von Investoren und Stimmrechtsberatern andererseits zu verhindern“. Eine neue Gliederung und die Streichung einer Vielzahl von Gesetzeswiedergaben sollen dazu beitragen, den Kodex klarer, kompakter und besser lesbar zu gestalten. Aus wesentlichen rechtlichen Vorgaben und elementaren Standards guter verantwortungsvoller Unternehmensführung werden Grundsätze abgeleitet, deren Anwendung im Unternehmen künftig im Rahmen eines „Apply and Explain“ zu erläutern sein wird. Inhaltliche Schwerpunkte der Kodexreform bilden Empfehlungen zur Vorstandsvergütung und die Konkretisierung der Anforderungen an die Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern. Im Folgenden werden die Reformvorschläge mit Blick auf ihre Auswirkungen in der Unternehmenspraxis analysiert und Anregungen für die weitere Beratung der Regierungskommission gegeben.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Die Kommissionsvorschläge im Licht der Ordnungs- und Kommunikationsfunktion des Kodex
    • 1. Eckpunkte der Kodexreform
    • 2. Struktur des Kodexentwurfs
    • 3. Substanz des Kodexentwurfs
  • III. Zusammenfassung

I.Einleitung

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) ist seit seiner Erstveröffentlichung 2002 nahezu jährlich geändert und ergänzt worden. Er hat sich hierdurch mittlerweile wie ein altes Schloss durch Anbauten hier und Teilabrisse dort zu einem zwar charmanten, letztlich aber wenig kommoden Ensemble entwickelt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Kodexkommission unter neuer Führung entschlossen, statt einer Renovierung ein – um im Bilde zu bleiben – neues Palais aus einem Guss zu errichten. Konzeptionelle Richtschnur dieses Projekts bildet den kommissionsoffiziellen Verlautbarungen zufolge im Kern das Bestreben, verlorene Relevanz des Kodex wiederzugewinnen und (hierzu) namentlich den Vorstellungen institutioneller Investoren und internationaler Stimmrechtsberater als zentralen Kapitalmarktakteuren stärker Rechnung zu tragen. Maßgebliche Koordinaten der Neufassung bilden darüber hinaus die Ziele einer Verschlankung und Modernisierung des Regelwerks sowie eines überzeugenderen inhaltlichen

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