DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: März 2019

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DB vom 01.03.2019, Heft 09, Seite 446 - 456, DB1295581
Der Betrieb > Steuerrecht > Umsatzsteuer > Aufsatz

Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine in der USt – Praktische Auswirkungen der ab 01.01.2019 geltenden Neuregelungen

Dipl.-Fw. Ferdinand Huschens

Dipl.-Fw. Ferdinand Huschens ist im BMF im USt-Referat tätig.

In der Konsumwirtschaft werden sehr häufig Gutscheine eingesetzt, um z.B. neue Kunden zu gewinnen oder größere Absatzchancen zu generieren bzw. um das Umsatzvolumen zu steigern. Die Ausgabe von Gutscheinen geschieht in der Praxis in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Neben echten Nennwertgutscheinen für den Bezug einer bestimmten, bereits auf dem Gutschein oder in sonstigen Unterlagen vermerkten Leistung werden Gutscheine ohne diesen konkreten Bezug ausgestellt. Der Kunde kann dann ein Produkt oder eine Leistung seiner Wahl aus dem Sortiment des Anbieters erwerben. Nachfolgend wird die umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen dargestellt.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Erstmalige ausdrückliche gesetzliche Regelungen zu Gutscheinen
    • 1. Unionsrecht
    • 2. Nationales Recht
  • III. Praktische Auswirkungen/Fragen
    • 1. Wann liegt ein Gutschein vor?
    • 2. Wann liegt ein Einzweck-Gutschein vor?
    • 3. Besteuerung und Besteuerungszeitpunkt bei EinzweckGutscheinen
    • 4. Mehrzweck-Gutscheine
  • IV. Fazit

I.Einleitung

Häufig werden Rabattgutscheine herausgegeben, die dem Kunden nur das Recht verleihen, eine bestimmte Ware oder eine Dienstleistung zu einem entsprechend geringeren Preis zu erwerben. Nicht nur die Unternehmen selbst, die auf dem Konsummarkt tätig sind, geben Gutscheine heraus. Es existieren auch Wirtschaftszweige, die sich auf die Ausgabe von Gutscheinen für andere Unternehmen spezialisiert haben, wie z.B. entsprechende Gutscheinportale im Internet. Auch existiert ein gewerblicher Handel mit Gutscheinen über Leistungsketten. Zudem werden Gutscheine auch grenzüberschreitend veräußert.

In Deutschland wurde die Ausgabe von Nennwertgutscheinen gegen Geld, die nicht zum Bezug von hinreichend bezeichneten Leistungen berechtigen, bisher als bloßer Zahlungsmitteltausch (Geld gegen Gutschein als besondere Form eines Zahlungsmittels) und damit als nicht umsatzsteuerbarer Vorgang behandelt. Besteuert wurde in diesen Fällen immer nur der spätere eigentliche Leistungsaustausch bei Einlösung

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