DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: März 2019

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DB vom 15.03.2019, Heft 11, Seite 557 - 563, DB1290007
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„Deutsche“ Kostenrechnung – acht Empfehlungen zur Gestaltung ihrer Veränderung

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber / Prof. Dr. Utz Schäffer / Dr. Leona Wiegmann

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Prof. Dr. Utz Schäffer, Institut für Management & Controlling, WHU – Otto Beisheim School of Management.

Dr. Leona Wiegmann, Monash University, Monash Business School, Melbourne.

Die „deutsche“ Kostenrechnung ist im internationalen Vergleich betrachtet einzigartig, sehr komplex aufgebaut, sehr detailliert und wird für viele Rechnungszwecke gleichzeitig genutzt. Sie hat bisher auch der Konvergenz von Managementinstrumenten und -prozessen im Rahmen der Globalisierung weitgehend widerstanden. Grundlegende wirtschaftliche Veränderungen erzeugen aber aktuell einen erheblichen Anpassungsdruck. Basierend auf einer qualitativen Datenerhebung zu der Entwicklung und den derzeitigen Problemen der „deutschen“ Kostenrechnung zeigt der Beitrag Handlungsempfehlungen für ein erforderliches Re-Design auf.

Artikel-Inhalt

  • I. Einführung
  • II. Aktueller Veränderungsdruck der „deutschen“ Kostenrechnung
    • 1. Zunehmende Kapitalmarktorientierung
    • 2. Stärkerer Marktbezug
    • 3. Zunehmende Bedeutung von Dienstleistungen
    • 4. Weiter steigende Unsicherheit
  • III. Was ist zu tun? Acht Empfehlungen für ein Re-Design der „deutschen“ Kostenrechnung
    • 1. Sicht der Kostenrechnung als fakultatives Instrument
    • 2. Konsequente Ausrichtung auf Steuerungsaufgaben
    • 3. Kritische Reflexion der Rechnungszwecke und der Wege zu ihrer Erfüllung
    • 4. Änderung des Geschäftsmodells als Auslöser für eine Veränderung der Kostenrechnung
    • 5. Qualitätsmanagement für die Kostenrechnung
    • 6. Ausrichtung der Kostenrechnung auf ihre Nutzer
    • 7. Reduktion der Komplexität der Kostenrechnung auf ein notwendiges Minimum
    • 8. Eine systematische fachliche Begleitung als Pflicht
  • IV. Ausblick

I.Einführung

Ausgangspunkt dieses Beitrags ist ein Forschungsprojekt, das im Feld des Comparative Management Accounting verortet ist. In diesem findet sich eine breite Diskussion der Besonderheiten der „deutschen“ Kostenrechnung. Ihre Kernmerkmale liegen in der traditionellen Parallelität der Kostenrechnung und der Finanzbuchhaltung, in ihrer konzeptionellen Verankerung in der Produktionstheorie mit der Folge eines hohen Ausbaugrads insb. im Bereich der Kostenstellenrechnung und in einer hohen Detaillierung und Komplexität. Hiermit weicht sie deutlich vom internationalen Standard ab.

In einer Zeit der Globalisierung der Wirtschaft sind landesspezifische Besonderheiten eher ungewöhnlich. Grds. besteht die Tendenz, Unterschiede einander anzupassen. Grund hierfür ist ein Konvergenzdruck, der sich aus unterschiedlichen Quellen speist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Druck stark genug ist, um die organisationale Trägheit in den Unternehmen zu überwinden. Für die fortdauernde Existenz

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