DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: November 2018

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DB vom 09.11.2018, Heft 45, Seite 2709 - 2712, DB1285733
Der Betrieb > Betriebswirtschaft > Handelsbilanzrecht / IFRS / Rechnungslegung > Aufsatz

Rechnungszins und Bewertung von Versorgungsverpflichtungen in Konzern- und Jahresabschlüssen 2018

Prof. Dr. Reinhold Höfer / Thomas Hagemann / Günter Neumeier

Prof. Dr. Reinhold Höfer ist Autor eines Standardkommentars zum Arbeits-, Steuer-, Sozialabgaben- und deutschen sowie internationalen Bilanzrecht der betrieblichen Altersversorgung. Thomas Hagemann ist Chefaktuar der Mercer Deutschland GmbH. Günter Neumeier ist Prokurist und Mathematiker bei der Mercer Deutschland GmbH.

Die für die Bewertung von Versorgungsverpflichtungen zum Jahresende nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS/US-GAAP) erwarteten Parameter Zins (1,75%-2,25%), voraussichtliche Lohn- (2,0%-3,0%) sowie Rentensteigerungen (1,4%-2,00%) entsprechen in etwa den Vorjahresannahmen. In der Rechnungslegung nach HGB wird der Zins erneut sinken, nämlich auf ca. 3,2%, wodurch tendenziell der Wert der Versorgungsverpflichtungen steigt. Schließlich werden die Änderungen an IAS 19 vom Februar 2018 in Bezug auf Planänderungen, -kürzungen und -abgeltungen kurz kommentiert und die Auswirkungen der Einführung der neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G dargestellt und die verfassungsrechtliche Problematik des steuerlichen Rechnungszinsfußes von 6% sowie die steuerliche Rückstellungsbildung für Altersteilzeitverpflichtungen behandelt.

Artikel-Inhalt

  • I. Bewertung nach IFRS/US-GAAP im Konzernabschluss
    • 1. Der Rechnungszins
    • 2. Vermutliche künftige Rentenanpassungen
    • 3. Vermutliche künftige Lohnsteigerungen
    • 4. Auswirkungen auf die Ergebnisse 2018
  • II. Bewertung im HGB-Jahresabschluss
    • 1. Der Rechnungszins aus dem Zehn- bzw. Siebenjahresdurchschnitt
    • 2. Renten- und Lohntrend
  • III. Änderungen an IAS 19 vom Februar 2018 in Bezug auf Planänderungen, -kürzungen und -abgeltungen
  • IV. Verfassungsmäßigkeit des 6%igen Rechnungszinsfußes in der Steuerbilanz?
  • V. Auswirkungen der neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G
  • VI. Neues BMF-Schreiben zur Altersteilzeit
  • VII. Ergebnis

I.Bewertung nach IFRS/US-GAAP im Konzernabschluss

1. Der Rechnungszins

Nach dem IFRS-Standard IAS 19 und nach US-GAAP (ASC 715, früher SFAS 87) muss der Zins für die Diskontierung künftiger Versorgungsleistungen aus laufzeitadäquaten, hochwertigen Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Dabei gilt der Marktzins zum Bilanzstichtag. Detaillierte Vorschriften zur Laufzeit- und Anleiheauswahl bestehen nach wie vor nicht. Als hochwertig werden Anleihen mit einem Rating von mindestens AA angesehen.

Die gesamte Versorgungsverpflichtung (Defined Benefit Obligation, DBO nach IAS 19 bzw. Projected Benefit Obligation, PBO nach ASC 715) und der gesamte „laufende Dienstzeitaufwand“ (Current Service Cost) müssen nicht notwendigerweise mit demselben Zinssatz ermittelt werden. So darf in Abhängigkeit von der Laufzeit bis zur Fälligkeit der Versorgungsleistungen ein adäquater Zins aus den Unternehmensanleihen gewählt werden. Die Current Service Cost mindern sich, wenn der ihnen zugeordnete Zins höher als der

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