DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Mai 2001

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DB vom 11.05.2001, Heft 19, Seite 989 - 995, DB0107167
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Kategorisierung und bilanzielle Erfassung immaterieller Werte

Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V.

Dem Arbeitskreis „Immaterielle Werte im Rechnungswesen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. gehören Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Walther Busse von Colbe, Ruhr-Universität Bochum; Dr. Rolf Uwe Fülbier, Ruhr-Universität Bochum; Dr. Torsten Ganske (Arbeitskreisleiter), Deutsche Telekom AG; Prof. Dr. Thomas Günther, Technische Universität Dresden; Prof. Dr. Axel Haller, Johannes Kepler Universität Linz/A.; Hanswilli Jenke, ProSiebenSat.1 Media AG; Prof. Dr. Isabel von Keitz, Fachhochschule Münster; Guido Kerkhoff, Bertelsmann AG; Dr. Harald Köster, Henkel KGaA; Prof. Dr. Hans Peter Möller, RWTH Aachen; Prof. Dr. Bernhard Pellens (Arbeitskreisleiter), Ruhr-Universität Bochum; WP/StB Rüdiger Reinke, KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft AG und Norbert Westfal, Mannesmann Mobilfunk GmbH, als Mitglieder an.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung immaterieller Werte hat sich der Arbeitskreis in einem ersten Schritt die Aufgabe gestellt, diese Werte einer erweiterten bilanziellen Erfassung zuzuführen. Nach Definition und Kategorisierung immaterieller Werte wird in dem vorliegenden Aufsatz ein Vorschlag zum Ansatz immaterieller Werte präsentiert, der im Wesentlichen auf der Abschaffung des Aktivierungsverbots für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gem. §  248 Abs.  2 HGB beruht, ansonsten jedoch fest in der  handels- und europarechtlichen Bilanzkonzeption verankert ist.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Kategorisierung immaterieller Werte
    • 1. Negativabgrenzung
    • 2. Kategorisierungsvorschlag
    • 3. Abgrenzung vom Goodwill
  • III. Immaterielle Werte als Vermögensgegenstand: Eine de lege ferenda-Betrachtung
    • 1. Streichung des § 248 Abs. 2 HGB
    • 2. Kriterien zur Objektivierung der abstrakten Aktivierungsfähigkeit
  • IV. Immaterielle Werte als Rechnungsabgrenzungsposten: HGB-konforme Auslegung
  • V. Immaterielle Werte als Bilanzierungshilfe: Vermeidung von Kasuistik
  • VI. Immaterielle Werte als Goodwill: Eine HGB-konforme Annäherung an internationale Vorgehensweisen
  • VII. Zusammenfassung

I.Einleitung

Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Hochtechnologiegesellschaft geht mit einer zunehmenden Bedeutung immaterieller Werte einher. Grundstücke, Gebäude, Produktionsanlagen oder Vorräte stellen bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen und Branchen nicht mehr die entscheidenden Werttreiber dar. An ihre Stelle rücken physisch nicht greifbare wirtschaftliche Vorteile wie Rechte, Humankapital oder Marktpositionen. Diesen Wandel hat jedoch das deutsche Bilanzrecht bisher nicht nachvollzogen.

Die handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften sind trotz der Reformen von 1937, 1965 und 1985 immer noch wesentlich von der Industriegesellschaft geprägt.

Obwohl erstmalig 1965 kodifiziert, verkörpert das pauschale Ansatzverbot für alle nicht entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gem. § 248 Abs. 2 HGB die Tradition des primär auf Zahlungsbemessung ausgerichteten, von Vorsichts- und Objektivierungsgesichtspunkten geprägten deutschen

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