DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Mai 2016

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DB vom 13.05.2016, Heft 19, Seite 1105, DB1202866
Der Betrieb > Steuerrecht > Einkommensteuer > Kompakt

Entfernungspauschale bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Fahrtkosten bei Vermietung und Verpachtung regelmäßig in voller Höhe abziehbar – Ansatz der Entfernungspauschale bei Annahme einer regelmäßigen Tätigkeitsstätte des Vermieters

Kommentiert von StB Dennis Janz, LL.M.

StB Dennis Janz, LL.M., ist Mitarbeiter bei StB/WP Dipl.-Kfm. Dirk Schulte-Uebbing / DOSU AG, Dortmund.

Der BFH hatte entschieden, dass Vermieter die Fahrtkosten zu ihren Vermietungsobjekten im Regelfall mit einer Pauschale von 0,30 € für jeden gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend machen können. Die ungünstigere Entfernungspauschale – 0,30 € nur für jeden Entfernungskilometer – ist aber dann zugrunde zu legen, wenn das Vermietungsobjekt ausnahmsweise die regelmäßige Tätigkeitsstätte des Vermieters darstellt.

BFH, Urteil vom 01.12.2015 – IX R 18/15
NORMENKETTE

EStG § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4, § 9 Abs. 3, § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Verkürzter Sachverhalt
  • III. Entscheidung des BFH
  • IV. Begründung des BFH
  • V. Auswirkungen auf die Praxis

I.Einleitung

Der BFH hatte mit Urteil vom 01.12.2015 verschiedene Rechtsfragen rund um das Thema Werbungskostenabzug bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung im Zusammenhang mit angefallenen Fahrtkosten zu klären.

II.Verkürzter Sachverhalt

Die Beteiligten streiten über die Berücksichtigung von Fahrtkosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Die Kläger wurden im Streitjahr 2010 als Eheleute zusammen zur ESt veranlagt und erzielten dabei Einnahmen aus der Vermietung von drei Wohnungen in der C...-straße und aus einem Mehrfamilienhaus in der D...-straße in E. Die Kläger führten zum Nachweis der gefahrenen Kilometer ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch und setzten in der ESt-Erklärung jew. Fahrtkosten im Umfang von 3.711,41 € (= insgesamt 7.422,81 €) an, wobei der Kläger 165-mal zu dem einen und 215-mal zu dem anderen Objekt gefahren ist. Zur Berechnung legten die Kläger eine Zusammenstellung vor, die jew. nach Reisekostengrundsätzen die tatsächlich gefahrenen Kilometer für

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