DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Dezember 2016

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DB vom 16.12.2016, Heft 50, Seite 2929 - 2930, DB1223285
Der Betrieb > Steuerrecht > Gewinnermittlung > Kompakt

Veräußerung eines Liebhabereibetriebs

Kommentiert von StB Dennis Janz, LL.M.

StB Dennis Janz, LL.M., tätig bei Schmidt-Janz-Gausemeier, Dortmund.

Der BFH hat entschieden, dass der Übergang von einem Gewerbebetrieb zur einkommensteuerlich unbeachtlichen Liebhaberei keine Betriebsaufgabe darstellt. Die spätere Veräußerung oder Aufgabe dieses Liebhabereibetriebs stellt hingegen eine Veräußerung oder Aufgabe nach § 16 Abs. 1, Abs. 3 EStG dar, die im Jahr der Veräußerung zu besteuern ist, und zwar mit dem Wert, der der Höhe nach im Grundsatz den nach § 8 VO zu § 180 Abs. 2 AO auf den Zeitpunkt des Übergangs zur Liebhaberei festgestellten stillen Reserven entspricht.

BFH, Urteil vom 11.05.2016 – X R 15/15

Artikel-Inhalt

  • I. Verkürzter Sachverhalt
  • II. Entscheidung des BFH
  • III. Begründung zur Entscheidung
  • IV. Auswirkungen auf die Praxis

Streitjahr 2008

I.Verkürzter Sachverhalt

Die Klägerin und ihr Ehemann (E) wurden zusammen zur ESt veranlagt. Beide betrieben seit dem Jahr 1983 ein Hotel in Form einer GbR, an der sie jew. zu 50% beteiligt waren. Im Streitjahr 2008 verstarb E. Im Zeitraum von Beginn bis einschließlich 1999 erwirtschaftete die GbR einen Verlust i.H.v. 13.687.613 DM. Die Klägern und E gaben an, den Betrieb deshalb fortgeführt zu haben, weil die GbR an die Stadt, der sie das Hotelgrundstück abgekauft hatte, eine Entschädigungszahlung i.H.v. ca. 2.247.000 DM bei Einstellung des Betriebs innerhalb von 20 Jahren hätte zahlen müssen. Im Jahr 2001 wurde durch die Klägerin und das FA einvernehmlich das Vorliegen einer Liebhaberei vom Vz. 1994 an festgestellt. Mit Bescheid gem. § 8 VO zu § 180 Abs. 2 AO über die gesonderte und einheitliche Feststellung der in einem Betrieb beim Übergang zur Liebhaberei ruhenden stillen Reserven stellte das FA die stillen Reserven für die Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens insgesamt

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