DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: August 2017

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DB vom 11.08.2017, Heft 32, Seite M26 - M27, DB1245462
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Non Legal Outsourcing und die Reform des § 203 StGB

Ein nicht gelöster Interessenwiderstreit

Prof. Dr. Arndt Sinn

Prof. Dr. Arndt Sinn

Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Straf- und Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht sowie Strafrechtsvergleichung der Universität Osnabrück.

Die Reform will den Anforderungen von Berufsgeheimnisträgern in Zeiten fortschreitender Digitalisierung Rechnung tragen. Unterbelichtet bleibt jedoch das hohe Interesse der Betroffenen an der Geheimhaltung ihrer persönlichen Informationen.

Prof. Dr. Arndt Sinn

Auf der Grundlage des RegE zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen (BT-Drucks. 18/11936) wurde § 203 StGB („Verletzung von Privatgeheimnissen“) grundlegend reformiert und das zugehörige Berufsrecht für Berufsgeheimnisträger (z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer etc.) geändert. Der Gesetzgeber verfolgt dabei den Zweck, die Möglichkeiten der Einbeziehung Dritter in den Wirkungskreis der Berufsgeheimnisträger zu erweitern und das Strafbarkeitsrisiko einer damit in Zusammenhang stehenden Verletzung von Privatgeheimnissen zu minimieren. Zur Begründung wird die auch im Bereich der Berufsgeheimnisträger rasant voranschreitende Digitalisierung genannt, die wegen der Komplexität der damit in Zusammenhang stehenden EDV-Anlagen und deren Einrichtung, Betrieb, Wartung und Anpassung eine Einbeziehung Dritter nicht nur notwendig, sondern unvermeidbar werden lässt. Dieser Befund

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