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Zeitschrift für die Steuer- und Erbrechtpraxis
Stand: Juni 2014

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ZErb vom 01.06.2014, Heft 06, Seite 162 - 163
ZErb – Zeitschrift für die Steuer- und Erbrechtpraxis > Tagungsbericht > Aufsatz

7. Deutscher Nachlasspflegschaftstag

Von Dr. Thomas R. Gleumes, Kempen1Dr. Thomas R. Gleumes, Dipl.-Finanzwirt (FH), ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und Präsidiumsmitglied des Bund Deutscher Nachlasspfleger e. V.

Das Recht der Nachlasspflegschaft ist gesetzlich nur in wenigen Paragrafen geregelt und wird dabei durch einige Normen im Vormundschaftsrecht und Verfahrensrecht des FamFG ergänzt. Das Zusammenspiel dieser Regelungen wirft in der Praxis oftmals Fragen auf, die von den Gerichten unterschiedlich beantwortet werden. Daneben erfordert die berufsmäßige Führung von Nachlasspflegschaften spezielles Wissen; so sind neben umfassenden Kenntnissen auch kaufmännische und investigative Fähigkeiten des Nachlasspflegers gefragt. Als Veranstalter bietet die Hoerner Bank AG mit dem Deutschen Nachlasspflegschaftstag eine Plattform zum Erfahrungsaustausch zwischen Nachlasspflegern und Mitarbeitern der Nachlassgerichte und durfte in diesem Jahr mit 230 Anwesenden so viele Teilnehmer wie nie zuvor auf der Tagung begrüßen. Die 7. Auflage des Deutschen Nachlasspflegschaftstages fand am 21. März 2014 in Leipzig statt. Moderiert von Herrn Thomas Lauk 2 boten folgende Vorträge die Grundlage für Diskussionen und zum intensiven Meinungsaustausch:

Artikel-Inhalt

  • I. Der Vertrag zugunsten Dritter im Erbfall
  • II. Die Überwachung des Nachlasspflegers durch das Nachlassgericht
  • III. Der ausländische Erblasser / IPR-Grundlagen
  • IV. Der Baum im Nachlass – ein ungeahnter Problemfaktor
  • V. Gold und Silber im Nachlass
  • VI. Aktuelle Entwicklungen im Erb- und Nachlassverfahrensrecht

I.Der Vertrag zugunsten Dritter im Erbfall

Schon der Eröffnungsvortrag von Rechtsanwalt Dr. Dirk Bredemeyer weckte großes Interesse im Auditorium, handelt es sich doch beim Vertrag zugunsten Dritter im Erbfall um ein juristisches Konstrukt, das als Lebensversicherung oder Sparbuch mit Bezugsrecht dem Nachlasspfleger häufig begegnet. Nach Erörterung der allgemeinen Rechtsbeziehungen (Deckungs-, Valuta- und Zuwendungsverhältnis) wurde intensiv die Frage beleuchtet, ob der Rechtserwerb des Dritten endgültig ist oder für den Erben oder in dessen Vertretung durch den Nachlasspfleger die Möglichkeit einer Einflussnahme auch noch nach dem Todesfall besteht. Im Ergebnis komme es zum Wettlauf zwischen Nachlasspfleger und dem Bezugsberechtigten. Schon zur Vermeidung der eigenen Haftung müsse der Nachlasspfleger seine rechtlichen Einwirkungsmöglichkeiten frühzeitig erkennen und – sofern möglich – z. B. dem Versicherungsunternehmen die Botenmacht durch Widerruf entziehen bzw. die auf dem Weg befindliche

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